Ab 26: Geschäftsführer haften persönlich – Führungsstruktur prüfen


Ab 26: Warum Geschäftsführer jetzt persönlich in die Pflicht kommen — und was Sie tun sollten

Ab 26 ändert sich die Spielregel für Führungskräfte. Kurz gesagt: Verstöße gegen Regeln wie Datenschutz, das Lieferkettengesetz, ESG-Anforderungen oder das Transparenzregister können künftig nicht nur dem Unternehmen schaden – sondern direkt das Privatvermögen und die Karriere von Geschäftsführern treffen. Klingt dramatisch? Ist es auch. Aber mit ein paar klaren Schritten lässt sich das Risiko deutlich verringern.

Was bedeutet “Ab 26” genau?

Mit “Ab 26” ist die neue Risikolage gemeint, die ab diesem Zeitpunkt in Kraft tritt. Im Kern heißt das: Dokumentierte Verantwortungsstrukturen und nachweisbare Kontrollen werden wichtiger denn je. Sie betreffen Datenschutz, das Lieferkettengesetz, ESG-Pflichten und das Transparenzregister.

Vielleicht fragen Sie sich: Was soll ich konkret ändern? Es geht weniger um neue Tagesgeschäfte und mehr um Transparenz und Dokumentation. Wer Verantwortung trägt, muss sie auch belegen können.

Welche Bereiche sind besonders gefährdet?

Vier Themen rücken an die Spitze. Hier ein kurzer Überblick:

  • Datenschutz: Fehlende oder unzureichende Prozesse können zu hohen Strafen führen – und zur Frage: Hat die Geschäftsführung ausreichend Aufsicht wahrgenommen?
  • Lieferkettengesetz: Sorgfaltspflichten entlang der Lieferkette müssen nachgewiesen werden. Wenn etwas schiefgeht, wird geprüft, wer dafür verantwortlich ist.
  • ESG: Umwelt-, Sozial- und Governance-Anforderungen werden zunehmend verbindlich. Fehlende Dokumentation kann als Führungsversagen gewertet werden.
  • Transparenzregister: Unvollständige oder falsche Angaben können Sanktionen nach sich ziehen – auch gegen einzelne Führungskräfte.

Einfaches Bild: Der Kapitän und das Schiff

Stellen Sie sich ein Schiff vor: Das Unternehmen ist das Schiff, Sie als Geschäftsführer sind der Kapitän. Es reicht nicht, das Steuer zu halten — Sie müssen zeigen können, dass Sie die Seekarten gelesen, die Crew instruiert und die Sicherheitschecks durchgeführt haben. Wenn später ein Problem auftritt, wird überprüft, ob Sie diese Pflichten erfüllt haben.

Warum betrifft das Ihre private Haftung?

Früher blieben Konsequenzen meist bei der Firma. Ab 26 können Behörden und Gerichte direkte Verantwortlichkeiten prüfen. Das heißt:

  • Unterlassene Kontrollen können als Fahrlässigkeit gewertet werden.
  • Fehlende Dokumentation macht es schwer, zu beweisen, dass Maßnahmen ergriffen wurden.
  • Im schlimmsten Fall drohen Bußgelder, Strafverfahren oder Reputationsschäden, die auch das Privatvermögen treffen können.

Kurzum: Es geht nicht nur um Firmengeldern. Es geht um Ihre Zukunft.

Was sollten Sie jetzt konkret tun?

Keine Panik. Kleine, gezielte Schritte helfen oft schon viel. Hier ist eine praktische Checkliste, die Sie sofort umsetzen können:

  • Führungsverantwortung klar regeln: Wer trifft welche Entscheidungen? Wer ist dokumentierter Ansprechpartner für Datenschutz, Lieferkette, ESG und das Transparenzregister?
  • Dokumentation aufbauen: Jede Risikoanalyse, jede Schulung, jede Entscheidung – alles sollte schriftlich und nachvollziehbar sein.
  • Kontrollmechanismen einführen: Interne Audits, Prüfstände und regelmäßige Reports an die Geschäftsführung.
  • Schulungen durchführen: Mitarbeiter und Führungskräfte müssen wissen, was zu tun ist. Wiederholung hilft.
  • Externe Beratung nutzen: Ein frischer Blick von außen findet Lücken schneller.
  • Versicherung prüfen: Besteht eine passende D&O-Versicherung? Was deckt sie wirklich ab?

Praktisches Beispiel aus dem Alltag

Ein Geschäftsführer erzählte mir kürzlich: Er dachte, sein Team habe das Thema Datenschutz im Griff. Bei einer internen Prüfung wurde aber sichtbar, dass Verantwortlichkeiten unklar waren. Ergebnis: Monate später hätte er kaum nachweisen können, dass er aktiv gehandelt hatte. Nach einer schnellen Umstrukturierung, klaren Zuständigkeiten und neuen Dokumentationsprozessen war das Risiko aber deutlich gesunken. Solche kleinen Maßnahmen können viel Stress verhindern.

Wie sieht eine strukturierte Prüfung der Führungs- und Compliance-Prozesse aus?

Eine Prüfung sollte pragmatisch und fokussiert sein. Typische Schritte:

  • Sichtung vorhandener Dokumente: Richtlinien, Protokolle, Berichte.
  • Interviews mit Schlüsselpersonen: Wer macht was? Wo gibt es Grauzonen?
  • Gap-Analyse: Wo fehlen Nachweise oder Prozesse?
  • Maßnahmenplan: Konkrete To-dos mit Verantwortlichen und Deadlines.
  • Follow-up: Nachweis, dass Maßnahmen umgesetzt und wirksam sind.

Wichtig ist: Die Prüfung darf keine reine Alibiübung sein. Sie muss greifbare Risiken aufdecken und Maßnahmen schaffen, die auch nachweisbar sind.

Häufige Fragen (kurz beantwortet)

Muss ich jetzt alles selbst regeln?
Nein. Sie sind verantwortlich für die Organisation – nicht für jede Detailaufgabe. Aber Sie müssen zeigen können, dass Sie die Organisation in die Lage versetzt haben, korrekt zu handeln.

Reicht eine Versicherung?
Eine D&O-Versicherung hilft, sie ersetzt aber nicht die Pflicht zur Sorgfalt. Versicherungen haben oft Ausschlüsse und Bedingungen.

Wie schnell sollte ich handeln?
Je früher, desto besser. Aber auch schrittweises Vorgehen ist sinnvoll: Priorisieren Sie die größten Risiken zuerst.

Fazit: Handeln statt abwarten

Ab 26 wird die Verantwortung von Geschäftsführern sichtbarer. Das ist für viele Führungskräfte eine neue Realität. Doch mit klaren Strukturen, dokumentierten Prozessen und regelmäßigen Kontrollen können Sie Ihr Risiko deutlich senken. Es geht nicht darum, in Angst zu leben. Es geht darum, vorbereitet zu sein.

Wollen Sie eine erste, unverbindliche Prüfung Ihrer Führungsstruktur? Schreiben Sie ‘Info’ oder kontaktieren Sie uns direkt. Wir helfen Ihnen, die größten Lücken schnell zu finden und geben klare Handlungsempfehlungen – damit Sie Ihr Privatvermögen und Ihre Karriere schützen.

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