Geschäftsführer prüft Compliance-Unterlagen


Ab 26: Warum Geschäftsführer jetzt persönlich haften können – und was Sie tun sollten

Ab 26 ändert sich die Haftungslandschaft für Führungskräfte. Klingt trocken? Stimmt nicht. Für Geschäftsführer kann das schnell sehr persönlich werden: Bußgelder, Reputationsschäden oder im schlimmsten Fall ein Griff ins Privatvermögen. In diesem Beitrag erkläre ich in einfachen Worten, was auf Sie zukommt und welche Schritte jetzt wichtig sind.

Was genau ändert sich?

Kurz gesagt: Verstöße in Bereichen wie Datenschutz, Lieferkettengesetz, ESG und dem Transparenzregister können künftig nicht mehr nur dem Unternehmen angelastet werden. Führungspersonen stehen direkt in der Verantwortung. Das heißt: Nicht nur die Firma zahlt – Sie könnten persönlich haftbar werden.

Warum ist das relevant?

Stellen Sie sich vor, Ihr Auto hat keine Sicherheitsgurte und ein Unfall passiert. Wenn Sie das gewusst und nichts unternommen haben, trifft Sie die Verantwortung. Ähnlich ist es bei Compliance-Themen: Wer in der Führung ist, muss dafür sorgen, dass Regeln eingehalten werden. Werden diese Regeln verletzt, fallen die Konsequenzen nicht nur auf die Firma zurück.

Welche Bereiche sind besonders gefährdet?

  • Datenschutz: Unzureichende Schutzmaßnahmen für Kundendaten können hohe Bußgelder nach sich ziehen.
  • Lieferkettengesetz: Fehlende Kontrollen in der Lieferkette – etwa zu Kinderarbeit oder Umweltverstößen – wirken sich auf Führungsebenen aus.
  • ESG (Umwelt, Soziales, Governance): Nachlässigkeiten in der Nachhaltigkeitsberichterstattung oder Governance-Prozessen können individuell relevant werden.
  • Transparenzregister: Unklare oder fehlende Einträge und Dokumentationen bringen Probleme, die bis zur Geschäftsführung reichen.

Welche Risiken drohen konkret?

Die Gefahren sind vielseitig:

  • Finanzielle Belastungen bis hin zur Haftung des Privatvermögens.
  • Berufliche Reputationsschäden, die persönliche Karrierechancen mindern.
  • Strafrechtliche Folgen in schweren Fällen.

Das klingt beängstigend? Keine Sorge. Viele Risiken lassen sich durch einfache, systematische Maßnahmen reduzieren.

Praktische Schritte: So stärken Sie Ihre Führungsstruktur

Hier ist ein konkreter Plan, mit dem Sie Ihre persönliche Absicherung verbessern können. Denken Sie an diese Maßnahmen wie an regelmäßliche Gesundheitschecks – besser vorbeugen als reparieren.

  • Dokumentation: Halten Sie Entscheidungen, Prüfprozesse und Kontrollen schriftlich fest. Wer hat was wann entschieden? Das hilft im Zweifel.
  • Verantwortungsbereiche klar regeln: Definieren Sie Zuständigkeiten bis zur Leitungsebene. Wer ist für Datenschutz zuständig? Wer überwacht die Lieferkette?
  • Regelmäßige Prüfungen: Interne Audits oder externe Prüfungen decken Lücken auf, bevor sie zum Problem werden.
  • Schulungen: Jede Führungskraft und relevante Mitarbeitende brauchen regelmäßige Compliance-Trainings.
  • Meldewege etablieren: Schaffen Sie klare Prozesse für Hinweise und Beschwerden (Whistleblowing).
  • Risikobasiertes Vorgehen: Priorisieren Sie Maßnahmen nach dem größten Risiko für Ihr Unternehmen und Ihre Person.
  • Externe Beratung: Bei Unsicherheit lohnt sich ein Check durch spezialisierte Anwälte oder Compliance-Experten.

Ein kurzes Beispiel aus der Praxis

Anna ist Geschäftsführerin eines mittelständischen Herstellers. Sie dachte lange, das Datenschutz-Thema sei „nur IT-Sache“. Nach einer Prüfung zeigte sich: Lücken bei der Kundenkommunikation, fehlende Verträge mit Dienstleistern und unsaubere Löschkonzepte. Mit klarer Dokumentation, einem Datenschutzbeauftragten und gezielten Schulungen ließ sich das Problem schnell beheben. Anna konnte so das Risiko für ihr Privatvermögen deutlich verringern.

Wie sieht eine strukturierte Prüfung aus?

Eine sinnvolle Prüfung der Führungsstruktur sollte folgende Punkte abdecken:

  • Bestandsaufnahme: Welche Regeln gelten aktuell?
  • Verantwortlichkeiten: Wer ist wofür verantwortlich?
  • Prozesse: Gibt es schriftliche Abläufe und werden sie eingehalten?
  • Kontrollen: Werden regelmäßige Kontrollen durchgeführt und dokumentiert?
  • Schwachstellenanalyse: Wo besteht akuter Handlungsbedarf?

Die Ergebnisse liefern eine klar priorisierte To‑Do‑Liste. So wissen Sie genau, wo Sie zuerst ansetzen müssen.

Häufige Fragen (kurz beantwortet)

Bin ich als Geschäftsführer automatisch haftbar?

Nicht automatisch. Haftung tritt meist dann ein, wenn Pflichten verletzt wurden oder Kontrolllücken bestehen. Eine gute Dokumentation und klare Prozesse reduzieren das Risiko erheblich.

Reichen Schulungen allein?

Nein. Schulungen sind wichtig, aber nur ein Baustein. Entscheidend sind kombinierte Maßnahmen: Prozesse, Dokumentation, Kontrollen und eine klare Verantwortungsstruktur.

Was kostet eine Prüfung?

Das hängt vom Umfang ab. Einfache Erstprüfungen sind oft kostengünstig und geben schnellen Überblick. Langfristig spart eine strukturierte Prüfung oft mehr als sie kostet – weil teure Bußgelder und Haftungsfälle vermieden werden.

Fazit: Jetzt handeln, bevor es brennt

Die Botschaft ist klar: Ab 26 liegt mehr Verantwortung bei der Geschäftsführung. Wer proaktiv handelt, schützt nicht nur das Unternehmen, sondern auch sich selbst. Denken Sie an Ihr Compliance‑System wie an einen Sicherheitsgurt – er kostet wenig, rettet aber im Ernstfall Ihre Existenz.

Wollen Sie wissen, ob Ihre Führungsstruktur sicher genug ist? Wir bieten eine strukturierte Erstprüfung an, die schnell zeigt, wo Handlungsbedarf besteht. Schreiben Sie „Info“ oder kontaktieren Sie uns – wir prüfen Ihre Prozesse und geben klare, umsetzbare Empfehlungen.

Haben Sie Fragen oder möchten Sie ein konkretes Beispiel aus Ihrer Branche besprechen? Schreiben Sie unten einen Kommentar oder senden Sie uns direkt eine Nachricht. Sicherheit beginnt mit dem ersten Schritt.

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