Unternehmer prüft Stromrechnung am Schreibtisch


Energiekrise: Notfall für Unternehmer – Was jetzt zu tun ist

Energie darf kein Luxus sein. Das fühlt sich aktuell wie eine Forderung und eine Warnung zugleich an. In Deutschland und Österreich steigen Strompreise und Gaspreise, Netze werden instabil und Förderungen kommen teils verspätet. Für Gründer, kleine Betriebe und den Mittelstand ist das keine abstrakte Bedrohung. Es geht um Existenz, Investitionssicherheit und Unternehmensschutz.

Warum die Energiekrise Ihr Unternehmen trifft

Energie ist das Herz vieler Betriebe. Ohne sie läuft die Produktion nicht. Ohne sie wird die Kühlung zum Problem. Ohne sie sind Lichter, Server und Maschinen aus. Stellen Sie sich vor: Ihr Unternehmen ist ein Aquarium. Energie ist das Wasser. Fehlt das Wasser, stirbt das Leben.

Zurzeit passiert genau das: steigende Preise drücken die Margen. Instabile Netze führen zu Ausfällen. Verzögerte Förderungen blockieren Investitionen. Und die politische Reaktion wirkt oft zu langsam.

Konkrete Folgen

  • Höhere Betriebskosten durch steigende Strom- und Gaspreise.
  • Produktionsunterbrechungen bei Netzproblemen.
  • Investoren werden vorsichtig – weniger Investitionssicherheit.
  • Finanzielle Engpässe: Liquidität schrumpft.

Wie Sie jetzt reagieren können: Praktische Schritte

Fragen Sie sich: Was kann ich sofort ändern? Was braucht Zeit? Hier sind handfeste Maßnahmen, die Sie kurzfristig und mittelfristig umsetzen können.

Sofortmaßnahmen für Liquidität und Risikominimierung

  • Liquiditäts-Check: Erstellen Sie eine kurze Cashflow-Übersicht für die nächsten 3–6 Monate. Welche Zahlungen sind fix? Wo können Sie verzögern?
  • Line of Credit / Kontokorrent: Sichern Sie eine Kreditlinie, bevor es eng wird. Banken prüfen lieber jetzt, wenn Sie noch liquide sind.
  • Lieferantenverträge prüfen: Gibt es Preisanpassungsklauseln? Können Sie Volumen reduzieren oder Zahlungsziele verlängern?
  • Strom- und Gasverträge verhandeln: Fragen Sie nach festen Preisen, Staffelverträgen oder kürzeren Laufzeiten.

Operative Maßnahmen zur Kostenreduktion

  • Energieaudit: Lassen Sie schnell prüfen, wo Energie verschwendet wird. Oft sind einfache Einsparungen möglich – bessere Isolation, LED-Beleuchtung, optimierte Zeitsteuerungen.
  • Lastverschiebung: Können Sie energieintensive Arbeit in günstigere Zeiten verlagern? Manchmal reichen kleine Anpassungen am Schichtplan.
  • Demand Response: Prüfen Sie Programme, bei denen Sie weniger verbrauchen und dafür vergütet werden.
  • On-site Erzeugung: Kleine PV-Anlagen, BHKW oder Wärme-Kraft-Kopplung können langfristig Kosten senken und Netzabhängigkeit reduzieren.

Finanzielle Absicherung und Plan B-Strategien

  • Hedging: Überlegen Sie, langfristige Energiepreise zu fixieren, wenn möglich. Das schützt vor plötzlichen Preissprüngen.
  • Versicherungen: Prüfen Sie Business-Continuity- und Betriebsunterbrechungsversicherungen. Manche Policen decken Energieausfall ab.
  • Liquiditätsplanung: Schaffen Sie Puffer – Kurzfristkredite, Factoring oder Leasing können helfen, Kosten zu strecken.
  • Notfallplan: Erstellen Sie einen einfachen Plan B: Welche Kunden sind priorisiert? Welche Produkte müssen zuerst gesichert werden?

Beispiel aus der Praxis

Ein kleines Bäckereiunternehmen aus Bayern stand vor dem Sommer vor einer Rechnung, die das Monatsbudget sprengte. Die Besitzerin machte drei Dinge sofort: Sie verhandelte mit dem Energieversorger über kürzere Abrechnungsperioden, führte einfache Isolierungsmaßnahmen durch und verschob die energieintensive Teigherstellung in die Nachtstunden, wo der Tarif günstiger war. Ergebnis: Die Mehrkosten blieben beherrschbar und die Produktion lief weiter.

Solche kleinen, pragmatischen Schritte helfen oft mehr als langwierige Diskussionen.

Was die Politik und Förderungen bedeuten

Die Energie- und Wirtschaftspolitik hat großen Einfluss. Verzögerte Förderprogramme können Projekte blockieren. Das frustriert Unternehmer. Zugleich sind politische Entscheidungen auch Chancen: Energiesparprogramme, Zuschüsse für Erneuerbare oder Steuererleichterungen können viel bewirken.

Fragen Sie sich: Haben Sie Anspruch auf Förderungen? Wurde eine Förderung beantragt und liegt sie auf Eis? Kontaktieren Sie Ihre Handelskammer oder Förderberater. Manchmal hilft ein Anruf mehr als ein Formular.

Langfristig denken: Resilienz aufbauen

Kurzfristige Maßnahmen sind wichtig. Aber denken Sie auch langfristig. Resiliente Unternehmen sind weniger anfällig für Preisschocks.

  • Investieren Sie in Energieeffizienz.
  • Diversifizieren Sie Energiequellen.
  • Bauen Sie finanzielle Puffer auf.
  • Planen Sie für Worst-Case-Szenarien.

Analogie

Man kann es so sehen: Ihr Unternehmen ist ein Haus. Dämmen Sie das Dach, bevor der Sturm kommt. Wer das nicht tut, zahlt am Ende deutlich mehr für Reparaturen.

Fazit: Handeln statt hoffen

Die Energiekrise ist real. Sie kostet Geld, Zeit und Nerven. Aber sie ist kein automatisches Aus. Mit klaren Sofortmaßnahmen, smarter Liquiditätsplanung und mittelfristigen Investitionen können Sie Ihr Unternehmen schützen. Wichtig ist: handeln Sie jetzt — nicht erst, wenn die Rechnung da ist.

Was jetzt zu tun ist

  • Erstellen Sie einen 3–6 Monate Cashflow-Plan.
  • Prüfen und verhandeln Sie Energieverträge.
  • Starten Sie ein kleines Energieaudit.
  • Sichern Sie sich Finanzierungsspielraum.

Wollen Sie konkrete Wege zu mehr Liquidität und einen belastbaren Plan B? Schreiben Sie ‘Info’ oder kontaktieren Sie uns direkt. Wir unterstützen Gründer und Mittelständler bei Risikoabsicherung, Liquiditätsplanung und praktischen Energiesparmaßnahmen. Abonnieren Sie für mehr Praxis-Tipps – gemeinsam sorgen wir dafür, dass Energie kein Luxus bleibt.

Leave a Comment